Eine Reise durch die Zeit

Im Jahr 1611 wurde das erste Stammhaus der Familie erbaut. Die alte Hofanlage gehört geschichtlich gesehen zu den Hüstener Urhöfen. Über die Jahrhunderte wurde eine Brotbäckerei mit angeschlossener Landwirtschaft betrieben. 1950 ist die Bäckerei geschlossen und der Hof als rein landwirtschaftlicher Betrieb weitergeführt worden.

Eine Besonderheit war die reine Innenstadtlage des Wirtschaftshofes mit den Feldern in Stadtrandlage. Der Betrieb wird mittlerweile in der 11. Generation bewirtschaftet. Der Familienname schrieb sich bis Anfang 17. Jahrhundert Gördes. Ab dann wurden wohl einfach die Striche über dem O weggelassen. Die Schatzung (Steuerzehnt) wurde bis ins 18. Jahrhundert unter dem Beinamen Schütte entrichtet. In der Heimaterklärung zur Freiheit Hüsten wird der`Olle Schütte´erwähnt. Hier ist namentlich Jodokus Anton Gordes gemeint. Warum dieser Beiname verwendet wurde lässt sich nicht mehr zweifelsfrei klären.

Der Umbruch in eine naturnahe und ökologische Bewirtschaftung begann schon im Jahr 1990. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde seit Mitte der 80er als Nebenerwerbsbetrieb geführt. Silvia Gordes, die nicht aus der Landwirtschaft stammt und auch nicht unbedingt einen Bezug dazu hatte, wollte das ihre Kinder mit Respekt vor dem Leben und der Natur aufwachsen. `So lange wir selber noch einen Hof haben, möchte ich auch selber Nahrungsmittel herstellen´.

Nach reiflicher Überlegung wurde die Hofstelle in der Innenstadt aufgegeben und eine Rinderhaltung mit Hochlandrindern aufgebaut. Diese Tiere benötigen keinen Stall, sind nicht mastfähig und produzieren ein außergewöhnliches Fleisch. Das Hochlandrind ist ein ruhiges und umgängliches Tier, sein Fleisch ein Qualitätsprodukt. Im Jahr 1994 haben Silvia und Paul Gordes den Hof von den Eltern übernommen. Was ursprünglich zur eigenen ökologischen Nahrungsmittelversorgung, und zur naturnahen Erziehung der eigenen Kinder gedacht war, hat sich dann zu dem heutigen Direktvermarktungsbetrieb entwickelt.